Frieden und Abrüstung

75 Jahre Hiroshima: Atomwaffen, Atomenergie und Aufrüstung müssen ein Ende haben

06. August 2020

Auch 75 Jahre nach Abwurf der Atombombe auf Hiroshima ist unsere Welt absurderweise noch immer nicht atomwaffenfrei. Im Gegenteil, als wären die fürchterlichen Erfahrungen von mehr als 100.000 Toten durch den Abwurf der Atombombe am 06.08.1945 nicht tragisch genug und als hätte die jahrzehntelange globale Bedrohungslage des Kalten Krieges uns nicht gelehrt, wird das Atomwaffenarsenal jetzt sogar noch modernisiert. Dies muss ein sofortiges Ende haben. Ich fordere die Bundesregierung auf, alles dafür zu tun, die Atomwaffen- besitzenden Staaten an einen Tisch zu holen, um das Ende der Atombombe einzuleiten.

Im Zuge dessen fordere ich auch eine klare Abkehr von der Aufrüstungspolitik der letzten Jahre. Wir müssen das 2,0 Prozent-Ziel der NATO endlich streichen und dafür klar in Krisenprävention investieren. Während der Militärhaushalt jedes Jahr deutlich erhöht wird, wächst der auch der Krisenprävention dienende Etat für Entwicklungszusammenarbeit nicht ansatzweise in dem Maße. Auch bei der Bekämpfung eines der dringlichsten Menschheitsprobleme, des Klimawandels, ist die Bundesregierung bei weitem nicht so spendabel wie beim Militär. Das zeigt allein die aktuelle Etathöhe des für Klimaschutz zuständigen Bundesumweltministeriums. Dieses muss insgesamt mit weniger als der Hälfte der 6,2 Milliarden Euro auskommen, die der Verteidigungsetat in den letzten beiden Jahren allein gewachsen ist. Und ein Großteil des Umweltetats geht auch noch für die Abwicklung der Atomenergie drauf.

Die Nutzung von Atomtechnologie gehört zu den größten Irrwegen der Menschheit. Nicht nur die militärische, sondern auch die zivile Nutzung muss weltweit so schnell wie möglich beendet werden. Die Unfälle, insbesondere in Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima, haben gezeigt, wie gefährlich diese Technologie ist. Selbst, wenn wir sofort alle AKWs abschalten, sind unzählige nachfolgende Generationen vor der Gefahr ihrer strahlenden Hinterlassenschaften nicht hundertprozentig geschützt. Zudem kostet die Abwicklung schon jetzt unvorstellbare Milliardensummen, die man lieber für saubere Zukunftstechnologien zugunsten unserer Kinder hätte ausgeben können.

Wir dürfen auch nach dem in Deutschland beschlossenen Atomausstieg nicht die Augen davor verschließen, dass andere Länder noch immer stark auf Atomstrom setzen – verbunden mit immensen, aber immer wieder heruntergespielten Gefahren. Die von interessierten Kreisen immer wieder beschworene Renaissance der Atomenergie ist zwar eine Mär, zeigt aber, dass einige Staaten und Unternehmen noch immer massiv Lobbyismus für diese gefährliche Uralttechnologie betreiben. Immer wieder werden Staaten durch großzügige Kreditangebote und haltlose Versprechen dazu animiert, erstmalig AKWs zu bauen. Diesem muss die Bundesregierung deutlich entgegenwirken und Alternativen anbieten.

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