Soziales und Wirtschaft

Deutschland rutscht bei Gleichstellung im internationalen Vergleich ab

08. März 2013

Anlässlich des Internationalen Frauentages erklärt der Dortmunder SPDBundestagsabgeordnete Marco Bülow:

Im jährlichen Bericht zur Lage der Frauen des World Economic Forum liegt Deutschland nur auf dem 13. Platz, vor sieben Jahren war es noch der fünfte. Bundeskanzlerin Merkel und die Bundesregierung aus Union und FDP haben es seit ihrem Antritt nicht geschafft auch nur irgendetwas für mehr Gleichstelllung der Geschlechter zu bewegen und Verbesserungen für Frauen durchzusetzen. Bezeichnend dafür ist Merkels Engagement gegen eine Frauenquote in der EU. So ist es nicht verwunderlich, dass Deutschland im internationalen Vergleich immer weiter abrutscht.

Ich halte das für den völlig falschen Weg. Bei den Themen Entgeltgleichheit, Frauenquote oder Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist viel zu wenig passiert. Wir brauchen eine andere Politik: Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns, ein Gesetz zur Durchsetzung von gleichem Lohn für gleiche Arbeit für Frauen und Männer, eine verbindliche Frauenquote von mindestens 40 Prozent für Aufsichtsräte und Vorstände, eine Reform der Minijobs, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Regelungen für mehr Zeitsouveränität. Ich finde es gut, dass die SPD-Bundestagsfraktion mit ihrem Aktionsplan für die Gleichstellung ein umfassendes Konzept hat.

Die SPD setzt sich außerdem weiterhin dafür ein, Frauenhäuser personell und finanziell gut auszustatten. Das Frauenhaus in Dortmund ist für die Stadt unverzichtbar, da es Frauen und ihren Kindern, die vor häuslicher Gewalt fliehen müssen, eine geschützte, anonyme Wohnmöglichkeit, Beratung und Begleitung bietet.

In Deutschland werden 40 Prozent aller Frauen ab dem 16. Lebensjahr Opfer von körperlicher und/oder sexueller Gewalt. Dabei sind die Erscheinungsformen vielfältig. Gewalt findet inmitten unserer Gesellschaft statt, vor allem im häuslichen Umfeld. Daher ist es gut und wichtig, dass in den letzten Wochen und Monaten die Debatte zu den Themen Gewalt gegen Frauen und Sexismus an Fahrt aufgenommen hat. Wir müssen diese Debatte mit aller Ernsthaftigkeit führen und weiter nach Lösungen suchen, die ein Zusammenleben in gegenseitigem Respekt, mit gleichen Chancen und Pflichten ermöglichen.

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