Dortmund

Wohnungslose brauchen mehr Schlafplätze

11. September 2020

Bülow fordert Rats-Sondersitzung zum Thema Wohnungslosigkeit

Immer mehr Menschen in Dortmund haben nach Angaben der Wohnungsloseninitiativen kein Dach über dem Kopf. Nach aktuellen Zahlen sind vermutlich ca. 1.500 Dortmunder*innen wohnungslos, davon über 600 Menschen ohne Unterkunft auf der Straße. Corona hat die Situation natürlich noch verschärft. Es ist zu befürchten, dass die Lage der Wohnungslosen im Winter besonders drastisch wird. Diese Situation ist nicht hinnehmbar. Selbst im derzeitigen Kommunalwahlkampf spielt dieses Thema keine Rolle.

Ich unterstütze die Forderungen der sozialen Initiativen in Dortmund nach mehr Schlafplätzen. Aufgrund der Corona-Pandemie können Hilfsorganisationen wie das Gast-Haus nur mit einem eingeschränkten Betrieb helfen. Vor dem Gast-Haus entstehen bereits jetzt lange Schlangen, die nach Einbruch des Winters die prekäre Situation der Menschen bei Minusgraden deutlich verschlechtern werden.

Ich fordere alle Fraktionen im künftigen Dortmunder Stadtrat auf, nicht bis zum Winter zu warten, sondern sehr zügig eine Sondersitzung zum Thema Wohnungslosigkeit einzuberufen. Die Situation der Wohnungslosen muss so schnell wie möglich entschärft werden. Dies muss gleich nach der Wahl passieren.

Wohnen ist ein Grundrecht

Die BAG Wohnungslosenhilfe zählt im Jahr 2019 678.000 Wohnungslose in Deutschland, was einem Anstieg von 4,2 % im Vorjahresvergleich entspricht. Wohnraum darf deshalb nicht mehr Spekulationsobjekt oder Luxusgut sein. Jahrelang ist die Zahl der Sozialwohnungen zurückgefahren worden. Ich halte es deshalb für sehr wichtig, dass im Rahmen der öffentlichen Wohnungsbauprogramme jährlich bundesweit mehr als 250.000 neue Sozialwohnungen geschaffen werden

Die Stadt Dortmund kann sich an Städten wie Bielefeld orientieren, die sich das erfolgreiche housing first-Modell zum Vorbild genommen haben. Betroffene werden bei diesem Modell zum Beispiel mit einem eigenen Mietvertrag in Wohnraum untergebracht und entsprechend unterstützt.
In meinem Sozialwendepapier habe ich mich auch ausführlich mit dem Thema Wohnen und weiteren sozialen Themen beschäftigt.

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