Keine Schlechterstellung des Ruhrgebiets beim Fracking

Dazu erklärt der Dortmunder SPD-Bundestagsabgeordnete Marco Bülow: Gemeinsam mit 16 weiteren Abgeordneten aus dem Ruhrgebiet kritisiere ich die Fracking-Pläne der Bundesregierung. Es darf im Ruhrgebiet keinen Trinkwasserschutz zweiter Klasse geben. Die Koalition von CDU/CSU und FDP in Berlin plant unverständlicherweise bei der Fracking-Gesetzgebung eine sogenannte „Lex Bodensee“ einzuführen. Das Trinkwasser würde dort demnach im besonderen Maße geschützt. Anders wäre es dagegen für Menschen und Umwelt im Ruhrgebiet. So weist z.B. der Wasserversorger Gelsenwasser dieser Tage darauf hin, dass im Gegensatz zum Bodensee die Ruhr oder die Stauseen der Region einen geringeren Schutzstatus hätten.

Die Trinkwasserversorgung von fünf Millionen Menschen im Ruhrgebiet würde einen geringeren Schutz erfahren als die für die fünf Millionen Menschen rund um den Bodensee – da ist das Wort Skandal angebracht. Eine Zweiklassengesellschaft beim Trinkwasserschutz darf es nicht geben. Es kann doch nicht sein, dass es bundesweit unterschiedliche Schutzstandards gibt, je nachdem ob CDU-Abgeordnete in ihren Wahlkreisen aktiv sind oder nichts tun. Dieses Vorgehen macht deutlich, dass sich die Bundesregierung endgültig in Lobbyinteressen verfangen hat. Dabei kommt die umweltpolitische Sprecherin der Union auch noch selbst aus dem Ruhrgebiet.

Die SPD-Ruhrgebietsabgeordneten weisen darauf hin, dass noch viele Informationen fehlen, um die Gefahren und Auswirkungen der Fracking-Technologie beurteilen zu können.

Deshalb soll so lange auf Fracking verzichtet werden bis Methoden ohne den Einsatz trinkwassergefährdender Chemikalien zur Verfügung stehen.

Finanziert durch Marco Bülow, MdB