Demokratie und Lobbyismus

Kokettierende Wohlfühl-Lobbyisten

04. Oktober 2012

Immer mehr Lobbyisten bekommen mit, welch kritische Haltung ich gegenüber den Profitlobbyisten habe. Das Ergebnis sind weniger direkte Anfragen und einige gehen nun auch lieber den Umweg über meine Mitarbeiter. Manche kokettieren dann sogar mit meinen Begrifflichkeiten, ohne sie aber wirklich verstanden zu haben. So schrieb ein Agentur-Mitarbeiter, der ein großes Gasunternehmen vertritt, meine Mitarbeiterin an, um sie um ein sachliches Gespräch zu bitten. Er betonte, dass es ihm dabei nicht darum ginge “Wohlfühlobbyismus zu betreiben”.

(Diesen Begriff benutzte ich, um deutlich zu machen, dass es gut ausgebildeten Profis dieser Branche vor allem darum geht, mit Essenseinladungen, mit wohlfeilen Reden (inklusive Lobhudeleien) eine gute Atmosphäre zu schaffen, um die Abgeordneten ihnen und ihren Positionen gegenüber gewogener zu machen.)

Nach dieser eigentlichen Klarstellung führte der Lobbyist diese aber gleich wieder ad absurdum, denn dann lud er meine Mitarbeiterin zum “Business-Lunch” ein, welcher sicher nicht in der Bundestagskantine stattgefunden hätte. Ein Schelm, der glaubt, dass seine Argumente alleine nicht ausreichen würden, um uns dem Konzern näher zu bringen.

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