Schnelles Handeln gegen psychische Belastungen am Arbeitsplatz

Zum SPD-Antrag „Arbeitsfähigkeit von Beschäftigten erhalten – psychische Belastungen in der Arbeitswelt reduzieren“ erklärt der Dortmunder SPDBundestagsabgeordnete Marco Bülow:

Wir fordern die Bundesregierung auf, endlich substanziell gegen übermäßigen Stress in der Arbeitswelt vorzugehen. Es reicht nicht aus, dass Arbeitsministerin von der Leyen Betroffenheit zeigt und lediglich eine Konferenz organisiert. Damit ist keinem Betroffenen geholfen.

Psychische Erkrankungen waren 2012 die Hauptursache für Krankschreibungen von Arbeitnehmern/innen in Nordrhein-Westfalen. Fast jeder fünfte Fehltag ist – nach Zahlen der Techniker Krankenkasse – auf eine psychisch bedingte Diagnose wie Burnout zurückzuführen. Im Durchschnitt war jede Erwerbsperson im 2012 14,5 Tage arbeitsunfähig und damit 0,3 Tage mehr als im Jahr zuvor. Rund 2,7 Tage davon entfielen auf psychische Erkrankungen.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat dazu einen ausführlichen Stressreport herausgegeben. Es ist gut und wichtig, dass Dortmund mit der BAuA eine Einrichtung hat, die in Fragen von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit und der menschengerechten Gestaltung der Arbeitsbedingungen Problemfelder nennt und Lösungen anbietet. In dem Report wurde noch einmal deutlich , dass psychische Erkrankungen weiter zunehmen. Fast jede/r Zweite klagt über zunehmenden Stress, fast jede/r Fünfte fühlt sich überfordert. Auf psychische Erkrankungen gingen 2011 allein 59 Millionen der insgesamt 460 Millionen Krankheitstage zurück. Auch die Zahl der Frühverrentungen wegen Burnout nimmt zu.

Wir als SPD-Bundestagsfraktion machen mit dem Antrag „Arbeitsfähigkeit von Beschäftigten erhalten – Psychische Belastungen in der Arbeitswelt reduzieren“ (Drucksache: 17/12818) Vorschläge, um dem Stress am Arbeitsplatz entgegenzuwirken.

Als erster Schritt ist hier der Erlass einer Anti-Stress-Verordnung nötig, um die vorhandenen gesetzlichen Vorschriften zu konkretisieren. Außerdem müssen  der Arbeitsschutz und die betriebliche Gesundheitsförderung mit Unterstützung der Sozialversicherungsträger weiterentwickelt werden, um die Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten durch Präventions- und Rehabilitationsmaßnahmen zu erhalten beziehungsweise wiederherzustellen. Drittens fordern wir umfassendere Kontrollen durch die Arbeitsschutzbehörden, um fehlenden Arbeitsschutz angemessen sanktionieren zu können. Die Kürzungen beim Aufsichtspersonal müssen rückgängig gemacht werden.

Nur gesunde und motivierte Mitarbeiter/innen können erwerbstätig sein. Mit Blick auf den demografischen Wandel muss ein umfassender Arbeits- und Gesundheitsschutz in den Betrieben auch im Interesse der Arbeitgeber sein.

Ich fordere gemeinsam mit meiner Fraktion die Bundesregierung auf, eine umfassende Strategie zum Schutz vor arbeitsbedingten Gefährdungen zu erarbeiten und für die Durchsetzung der bestehenden Gesetze zu sorgen.

Finanziert durch Marco Bülow, MdB